Vorletzte Woche hatte ich bei „Clap“ über meine Absicht informiert, für das Amt des VDZ-Präsidenten zu kandidieren. In einem offenen Brief an den Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger, Stephan Scherzer, kündigte ich an, zeitnah ein Programm vorzustellen, mit dem ich die eine oder andere verkrustete VDZ-Struktur aufzubrechen versuchen würde. Das möchte ich im Folgenden gern tun. Doch vorab ein Blick auf mein sechsköpfiges Wahlkampfteam, das sich durchaus einen unabhängigen Klein(st)verleger als Verbands-Spitze denken kann. Allesamt solide analoge Menschen mit Faible und Verstand fürs Digitale:
BFP_Team

Markus von Luttitz: „Die Lutte“ – wie der Sales-Experte von seinen Freunden genannt wird. Ist nicht nur ein solcher, sondern auch mein Partner bei der Bewegtbild-Möglichmacherei Gary Glotz.

Konstantin Neven DuMont: Immobilien-Unternehmer aus Köln mit langjähriger Verlagserfahrung, Ecken und Kanten. Hat kein Problem damit, als „schillernde Persönlichkeit“ beschrieben zu werden.

Tanja Knob: Geschäftsführerin der Kommunikationsagentur CAMAO (München, Innsbruck), die spätestens seit ihrer Zeit bei United Internet Media als Online-Expertin gilt.

Thomas Koch: Mein langjähriger Weggefährte und Mitherausgeber von Clap. Der multimediale Killerschnauzer aus Düsseldorf eben – muss man eigentlich nicht mehr vorstellen.

Daniela Hinrichs: Gründerin des Online-Kunstfotografie-Handels DEAR und der Hamburger Investment-Company Yellowdine. Selbstbewusst, intelligent und außergewöhnlich gut vernetzt.

Dr. Jörg E. Allgäuer: PR-Experte aus München, der nicht nur das Bundesverdienstkreuz, sondern auch jede Menge gute Ideen, gefühlte 20.000 Einstecktüchlein und unbegrenzt Humor hat.

Was also würde ich als VDZ-Präsident gern erreichen? Hier das Fünf-Punkte-Programm aus dem #BuloForPresident-Headquarter:

1. Weniger Medienmanager, mehr Magazinmacher!
Den Mut fördern, Controller wieder gegen Blattmacher auszutauschen. Temporäre Manager werden nie die gleiche Leidenschaft und Verantwortung empfinden wie Gründer und Macher selbst. Die Branche braucht mehr Verantwortung – ihren Mitarbeitern und der Gesellschaft gegenüber. Dabei nicht vergessen, dass auch von Kleinen Großes kommt. Also: stärkere Einbindung der vielen kleinen Verlage ins Agenda-Setting, die Abstimmungen und die Lobby-Arbeit. Schon mit der Unterstützung von spannenden Schülerzeitungs- und Universitäts-Projekten sollten wir den Nachwuchs ans Zeitschriftenmachen heranführen. Lesen war, ist und bleibt ein wichtiger Prozess des Menschseins.

2. Publishing is everything and everything is publishing!
Das Publizieren sucht sich immer neue Wege. Alle jedoch mit dem gleichen Ziel: Gute Geschichten! Die Branche braucht mehr Content-Produzenten, Story-Teller und Fantasten an Bord. Wir müssen in diesem Zusammenhang Print und Online noch näher zusammenbringen. Nicht nur mittels Großraumbüros, sondern vor allem in der Wertschätzung der digitalen Leistungen. Und: Wer nur der erhofften Klicks bzw. ein paar lausigen Cents wegen dabei seine Inhalte an ein geschlossenes proprietäres System wie etwa Facebook verschleudert, braucht sich nicht zu wundern, wenn er vom Leser/Nutzer nicht mehr direkt gebraucht wird. Das Vertrauen in die eigenen Marken verdient eine Renaissance!

3. Türen öffnen!
Transparentere Abstimmungsprozesse und Strategien in der VDZ-Führung sind unerlässlich. Keine Hinterzimmer-Politik mehr und kein Zuschachern von Posten. Kandidaturen von Klein(st)verlegern sollten die erwünschte Regel und nicht die irritierende Ausnahme sein. Egal, wer den Verband führt: Er darf niemandem sein Hinterteil hinhalten – auch nicht der Politik. Wir als Medien ermöglichen die Demokratie. Diesem Selbstbewusstsein aber auch dieser Verpflichtung sollten wir immer gewahr sein. Und mit dieser Überzeugung nach vorn schauen, verhandeln und arbeiten.

4. Trans-Tellerand-Teamwork!
Mehr Kontakt mit anderen, nicht druckenden Verbänden wie etwa dem VPRT, dem ADC oder dem BVDW, um spannende Kooperationen und Ergänzungen ins Leben zu rufen! Außerdem mehr Offenheit für Anregungen von außerhalb des Verbands – egal ob von Kreativen, Diven oder Unternehmern. So können alle voneinander lernen, ihre Netzwerke erweitern und mehr Spaß haben. Außerdem lässt sich so die Zukunft für bestehende Verlage und den Nachwuchs ökonomisch besser absichern.

5. Cooler Campaigning!
Wenn die Welt der Magazine wieder zu ihrer ursprünglichen Kraft gefunden hat, lasst uns mutigere Gattungsmarketing-Kampagnen fahren! Wir müssen lernen, provokanter, bunter, selbstbewusster, lauter, aufrüttelnder für dieses wunderbare Medium zu trommeln.

Das hier sind übrigens die Delegierten – also die Herren und eine Dame, die es zu überzeugen gilt, dass an der VDZ-Spitze möglichst bald ein frischer Wind wehen sollte.

Vielen Dank für Ihre/Eure Unterstützung!

Peter „Bulo“ Böhling
(Herausgeber Clap)

Hier noch das aktuelle Wahlkampf-Plakat zur freien Verwendung …

BuloForPresident-Plakat